Energie sparen im Haushalt: 15 Tipps für Strom, Wärme und Solarstrom

Energie sparen im Haushalt: 15 Tipps für Strom, Wärme und Solarstrom

Für niedrigere Energiekosten brauchen Sie nicht gleich eine Solaranlage. Oft reichen schon kleine Änderungen im Alltag, um den Verbrauch zu senken.

Wichtig ist, bei den großen Posten anzufangen. Ein alter Kühlschrank, Geräte im Dauer-Stand-by oder ein häufig genutzter Trockner fallen meist stärker ins Gewicht als die vielen Kleingeräte, über die man sich im Alltag Gedanken macht.

Sie erfahren, wie Sie Ihren Energieverbrauch Schritt für Schritt senken und ab wann es sinnvoll ist, Strom selbst zu erzeugen. Mit dem 10-Minuten-Energiecheck finden Sie vorab heraus, wo Sie in Ihrem Haushalt am besten ansetzen.

Das Wichtigste auf einen Blick

Energie sparen funktioniert in drei Stufen:

  1. Verbrauch senken: Stromfresser finden und abstellen, Heizung und Warmwasser bewusst nutzen.
  2. Verbrauch verschieben: Geräte dann laufen lassen, wenn günstiger oder eigener Solarstrom verfügbar ist.
  3. Strom selbst erzeugen und speichern: Mit einem Balkonkraftwerk oder einer Photovoltaikanlage einen Teil des restlichen Bedarfs selbst decken.

Ihr 10-Minuten-Energiecheck für Zuhause

Gehen Sie einmal durch Ihre Wohnung oder Ihr Haus und beantworten Sie diese elf Fragen. Jede Frage führt Sie direkt zum passenden Tipp.

  • ☐ Kennen Sie Ihren jährlichen Stromverbrauch? Tipp 1
  • ☐ Welche Geräte laufen rund um die Uhr? Tipp 1
  • ☐ Welche Geräte sind dauerhaft im Stand-by? Tipp 2
  • ☐ Gibt es noch Halogen- oder Glühlampen? Tipp 3
  • ☐ Wie kalt sind Kühlschrank und Gefrierschrank eingestellt? Tipp 4
  • ☐ Nutzen Sie die Eco-Programme von Wasch- und Spülmaschine? Tipp 5
  • ☐ Wie oft läuft Ihr Wäschetrockner? Tipp 6
  • ☐ Wie warm sind Ihre Wohnräume, und wie lüften Sie? Tipp 9
  • ☐ Wird Ihr Warmwasser elektrisch erzeugt? Tipp 10
  • ☐ Können planbare Geräte tagsüber laufen? Tipp 12
  • ☐ Erzeugen Sie bereits eigenen Solarstrom? Tipp 13

Stufe 1: Verbrauch senken

1. Stromverbrauch messen statt schätzen

Wie viel Strom ein Gerät braucht, sieht man ihm nicht an. Ein älterer Kühlschrank läuft rund um die Uhr. Ein Wasserkocher zieht zwar kurz viel Leistung, ist aber nur wenige Minuten am Tag in Betrieb.

Mit einem einfachen Strommessgerät für die Steckdose messen Sie den tatsächlichen Verbrauch einzelner Geräte über mehrere Tage. Diese Geräte sollten Sie sich zuerst ansehen:

  • Kühl- und Gefriergeräte
  • Fernseher und Unterhaltungselektronik
  • Computer und Arbeitsplatz
  • Wäschetrockner
  • ältere Haushaltsgeräte
  • Geräte im Dauerbetrieb

So entsteht Ihre persönliche Rangliste der Stromverbraucher. Beginnen Sie oben auf der Liste, dort ist das Einsparpotenzial am größten.

2. Stand-by-Verbrauch vermeiden

Viele Geräte ziehen auch dann Strom, wenn sie ausgeschaltet wirken. Fernseher, Spielkonsolen, Lautsprecher, Drucker und andere vernetzte Geräte verbrauchen im Bereitschaftsmodus weiter Energie. Die Verbraucherzentrale empfiehlt deshalb, Geräte ganz auszuschalten, wenn Sie sie länger nicht brauchen.

Praktisch sind schaltbare Steckdosenleisten: Ein Knopfdruck trennt mehrere Geräte gleichzeitig vom Netz.

Manche Geräte brauchen nach dem Ausschalten noch etwas Zeit für interne Abläufe, zum Beispiel Tintenstrahldrucker, die ihre Druckköpfe verschließen. Schauen Sie im Zweifel in die Bedienungsanleitung.

3. Beleuchtung auf LED umstellen

Wenn bei Ihnen noch Glüh- oder Halogenlampen brennen, ist der Wechsel auf LED eine der einfachsten Maßnahmen. LED-Leuchtmittel brauchen für die gleiche Helligkeit deutlich weniger Strom.

Sie müssen nicht jede funktionierende Lampe sofort austauschen. Beginnen Sie mit den Leuchten, die jeden Tag mehrere Stunden brennen.

4. Kühlschrank richtig einstellen

Kühl- und Gefriergeräte sind ständig in Betrieb. Eine zu kalte Einstellung kostet hier also jeden Tag Strom.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt für den Kühlschrank im oberen Fach etwa 7 °C und für den Gefrierschrank -18 °C. Jedes Grad weniger erhöht den Stromverbrauch nach ihren Angaben um rund 6 Prozent.

Außerdem hilft es, die Tür nur kurz zu öffnen, warme Speisen erst abkühlen zu lassen und Eis im Gefrierfach regelmäßig zu entfernen.

5. Waschmaschine voll beladen

Eine halb volle Maschine braucht nicht automatisch nur halb so viel Energie. Sammeln Sie deshalb Wäsche und beladen Sie die Maschine so weit, wie der Hersteller es für das jeweilige Programm angibt.

Für normal verschmutzte Alltagswäsche reichen in vielen Fällen 30 °C. Die Verbraucherzentrale empfiehlt außerdem Eco-Programme: Sie laufen länger, brauchen aber weniger Energie.

6. Wäschetrockner gezielt einsetzen

Ein Trockner spart Zeit und ist bequem, braucht dafür aber zusätzlich Strom. Wenn Ihre Wohnsituation es zulässt, trocknen Sie einen Teil der Wäsche auf dem Wäscheständer oder der Leine.

Wer den Trockner weiter nutzen möchte, setzt schon beim Waschen an. Eine hohe Schleuderdrehzahl lässt weniger Feuchtigkeit in der Kleidung zurück, und der Trockner hat danach weniger zu tun.

7. Eco-Programm der Spülmaschine nutzen

Eco-Programme dauern länger, arbeiten dafür aber mit niedrigeren Temperaturen. So sparen sie Strom und meist auch Wasser.

Kurzprogramme sind nicht automatisch sparsamer. Weil das Geschirr in kürzerer Zeit sauber werden soll, heizen sie das Wasser oft stärker auf. Die Verbraucherzentrale empfiehlt außerdem, die Maschine möglichst voll zu beladen.

8. Beim Kochen Wärme direkt nutzen

Ein passender Deckel auf dem Topf verringert Wärmeverluste. Im Wasserkocher erhitzen Sie am besten nur so viel Wasser, wie Sie gerade brauchen.

Beim Backofen lohnt sich Umluft: Laut Verbraucherzentrale können Sie damit 20 bis 30 Grad niedriger einstellen als bei Ober- und Unterhitze. Auf das Vorheizen können Sie bei vielen Gerichten verzichten, das spart nach ihren Angaben bis zu 20 Prozent Energie. Ausnahmen sind zum Beispiel Blätterteig, Biskuit oder Soufflés.

9. Raumtemperatur bewusst einstellen und richtig lüften

Beim Energiesparen denken die meisten zuerst an Elektrogeräte. Den größten Teil seiner Energie braucht ein Haushalt aber zum Heizen: Laut Umweltbundesamt entfielen 2024 mehr als zwei Drittel des Endenergieverbrauchs privater Haushalte auf Raumwärme.

Das Umweltbundesamt empfiehlt für Wohnräume höchstens 20 °C, für die Küche 18 °C und für das Schlafzimmer 17 °C. Nachts oder wenn Sie einige Stunden nicht zu Hause sind, reichen in den Wohnräumen etwa 18 °C. Jedes Grad weniger spart nach Angaben der Verbraucherzentrale bis zu 6 Prozent Heizenergie.

Lüften Sie mehrmals täglich 5 bis 10 Minuten mit weit geöffneten Fenstern, statt sie dauerhaft zu kippen. Dauerhaft gekippte Fenster kosten Heizenergie und erhöhen laut Umweltbundesamt das Risiko für Schimmel. Heizkörper sollten außerdem frei stehen: Hinter Möbeln oder Vorhängen kann sich die warme Luft nicht im Raum verteilen.

10. Warmwasser nicht unterschätzen

Nach der Heizung ist warmes Wasser einer der größten Energieposten im Haushalt. Wenn Sie es elektrisch erzeugen, zum Beispiel mit einem Durchlauferhitzer, spart jeder Liter weniger Warmwasser direkt Strom. Dabei helfen ein Sparduschkopf, kürzere Duschzeiten oder eine passend eingestellte Temperatur am Durchlauferhitzer.

11. Beim Neukauf auf kWh statt nur auf die Effizienzklasse achten

Das Energielabel gibt eine gute erste Orientierung. Schauen Sie aber zusätzlich auf den angegebenen Energieverbrauch in Kilowattstunden. Zwei Geräte derselben Effizienzklasse können unterschiedlich viel Strom brauchen, zum Beispiel weil eines größer ist.

Vergleichen Sie deshalb bei Kühlschrank, Gefrierschrank, Waschmaschine oder Trockner immer auch die Kilowattstunden pro Jahr.

Stufe 2: Verbrauch verschieben

Wenn Sie Ihren Verbrauch gesenkt haben, stellt sich die nächste Frage: Zu welcher Tageszeit brauchen Sie den Strom? Das spielt eine Rolle, sobald Sie eine Photovoltaikanlage oder ein Balkonkraftwerk betreiben.

12. Große Verbraucher in die Sonnenstunden legen

Solaranlagen erzeugen tagsüber Strom. Viele Haushalte brauchen ihren Strom aber eher morgens und abends. Zwischen Erzeugung und Verbrauch entsteht so eine zeitliche Lücke.

Waschmaschine, Spülmaschine und andere planbare Geräte können Sie deshalb in die Stunden mit viel Sonne legen, sofern das technisch und im Alltag passt. Dabei helfen die Startzeitvorwahl am Gerät, Zeitschaltuhren oder intelligente Steckdosen.

So nutzen Sie einen größeren Teil Ihres Solarstroms direkt im eigenen Haushalt.

Stufe 3: Strom selbst erzeugen und speichern

Auch ein sehr sparsamer Haushalt braucht Strom. Kühlschrank, Beleuchtung, Router, Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik lassen sich nicht wegsparen. An diesem Punkt wird die Frage wichtig, wie viel Ihres restlichen Strombedarfs Sie selbst erzeugen und speichern können.

13. Balkonkraftwerk für die Grundlast nutzen

Ein Balkonkraftwerk deckt tagsüber einen Teil Ihrer Grundlast, also des Stroms, den Ihr Haushalt ohnehin laufend braucht. Den erzeugten Strom nutzen Sie direkt, solange gleichzeitig Geräte laufen.

Wie viel ein Balkonkraftwerk erzeugt, hängt von Modulleistung, Ausrichtung, Standort, Verschattung und Wetter ab. Wie das im Detail funktioniert, erklärt unser Ratgeber Wie funktioniert ein Balkonkraftwerk?

14. Überschüssigen Solarstrom speichern

Ein Problem bleibt: Solarstrom entsteht oft dann, wenn niemand zu Hause ist. Abends steigt der Verbrauch, während die Solarproduktion sinkt.

Ein Balkonkraftwerk-Speicher nimmt überschüssige Energie auf und gibt sie später wieder ab. So nutzen Sie Ihren Solarstrom auch am Abend.

Achten Sie bei der Auswahl auf Speicherkapazität, PV-Eingangsleistung, Anschlussmöglichkeiten und die Regelung der Einspeisung. Wenn Sie schon ein Balkonkraftwerk haben, finden Sie die Details zur Kompatibilität in unserem Ratgeber Balkonkraftwerk Speicher nachrüsten.

Balkonkraftwerk-Speicher im Überblick

15. Bei höherem Verbrauch eine größere PV-Anlage prüfen

Bei Eigenheimen mit ausreichend Dachfläche liefert eine klassische Photovoltaikanlage deutlich mehr Energie als ein Balkonkraftwerk. Das gilt erst recht, wenn Ihr Haushalt ohnehin viel Strom braucht oder zusätzliche Verbraucher wie eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto mit Wallbox dazukommen.

Die maximal mögliche Leistung ist dabei nur ein Kriterium. Für die Auslegung zählen Dachfläche, Ausrichtung, Verschattung, Jahresverbrauch und vor allem Ihr persönliches Verbrauchsprofil, also wann Sie wie viel Strom brauchen. Was eine Anlage kostet und welche Größe zu Ihrem Haus passt, lesen Sie im Ratgeber PV-Komplettanlage mit Speicher: Kosten 2026.

PV-Komplettanlagen im Überblick

Häufige Fragen zum Energiesparen

Was bringt beim Energiesparen im Haushalt am meisten?

Das hängt von Ihrem Haushalt ab. Am meisten Energie steckt in der Regel in der Heizung. Beim Strom fallen häufig alte Kühl- und Gefriergeräte, Wäschetrockner, elektrische Warmwasserbereitung, Unterhaltungselektronik und dauerhaft laufende Geräte ins Gewicht. Welche Geräte bei Ihnen vorne liegen, zeigt ein Strommessgerät zuverlässiger als jede Schätzung.

Sollte ich alte Elektrogeräte sofort austauschen?

Nicht unbedingt. Ein Austausch rechnet sich vor allem dann, wenn das alte Gerät nachweislich mehr Strom braucht. Vergleichen Sie den gemessenen Jahresverbrauch mit dem eines aktuellen Geräts und rechnen Sie den Kaufpreis des neuen Geräts mit ein.

Lohnt es sich, Geräte nachts komplett auszuschalten?

Bei vielen Geräten ja, sofern Sie sie nachts nicht brauchen. Bei Geräten mit Aktualisierungs-, Wartungs- oder Schutzfunktionen sollten Sie die Hinweise des Herstellers beachten.

Hilft ein Balkonkraftwerk beim Energiesparen?

Ein Balkonkraftwerk senkt nicht Ihren Stromverbrauch. Es ersetzt aber einen Teil des Stroms, den Sie sonst aus dem öffentlichen Netz beziehen würden. Je mehr Sie vom erzeugten Solarstrom selbst verbrauchen, desto mehr bringt es Ihnen.

Vom Energiesparen zur eigenen Solaranlage

Wer den eigenen Stromverbrauch kennt, kann eine Solaranlage genauer planen. Bei WOLQE HUB finden Sie PV-Komplettsysteme von PVSTAR mit 8, 10 und 12 kW Wechselrichterleistung, jeweils mit Solarmodulen, Hybrid-Wechselrichter, Batteriespeicher und Halterungssystem für Aufdach- oder Flachdachmontage. Für Installation und Netzanschluss ist ein Elektrofachbetrieb erforderlich.

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Welche Größe zu Ihnen passt, hängt von Ihrem Gebäude, Ihrer Dachfläche und Ihrem Verbrauch ab. Bei Fragen zur Auswahl berät Sie unser Kundenservice gerne:

Telefon: +49 (0) 69 75849868
E-Mail: service@wolqe-hub.de
Erreichbar: Montag bis Freitag, 13 bis 16 Uhr

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